BYOD

Eine einfache Klasenraumlösung: WLAN-Router und Raspberry Pi als Webdav-Server

“Bring your own device” ist in aller Munde.

Es geht um die Frage, wie elektronische Endgeräte von Schülern aber auch von Lehrkräften im Unterricht eingesetzt werden können. Dabei spielt immer wieder die Frage eine Rolle, ob und wie eine dadurch sehr heterogene Gerätelandschaft in die bestehende schulische Infrastruktur eingebunden werden kann, und natürlich auch, welche Kosten dadurch entstehen. Ich möchte hier eine kostengünstige und klassenraumbezogene Lösung vorstellen, die sofort einsetzbar ist.
Benötigt wird nur ein WLAN Router, welcher über DHCP einen Adressbereich für die Endgeräte zur Verfügung stellt und über eine Einbindung an das schulinterne Netzwerk den Zugang zum Internet bereitstellt.
Ich verwende einen alten Linksys-Router WRT54GL imagemit DDWRT-Firmware  und als Server dient ein Raspberry Pi Modell B mit 2 USB, 1 HDMI, 1 Video, 1 Audio, 1 Ethernet und 1 SD-Karten Schnittstelle. image

Die Kosten für die Hardware betragen 94,89 €.

Das Betriebssytem des Raspberry ist auf der Grundlage von Debian “Wheezy” Raspbian und ist auf der 8 GB SD-Karte installiert. Alle Nutzerdaten werden auf einem 16 GB USB-Stick gespeichert. Der kleine Server bezieht über einen WLAN-USB-Stick eine feste Netzwerkadresse, die im gleichen Adressbereich wie die der Endgeräte der Schüler liegt.

Auf dem Server werden ein Webserver (Apache), ein  Mysql-Datenbanksystem, eine Blogplattform, z.B. WordPress, und WebDav-Verzeichnisse benötigt.

Sehr gute Hinweise und Anleitungen zur Installation gibt es hier: Anleitung zur Installation des Raspberry Pi mit dem Betriebssystem:
http://jankarres.de/2012/08/raspberry-pi-raspbian-installieren/

Weiter gehts mit

SSH: Für entfernte Steuerung ohne Monitor
Webserver: apache2
PHP und Datenbank: MySQL-Datenbank
phpmyadmin zur grafischen Administrierung der Datenbank
FTP-Server: proftp
http://www.forum-raspberrypi.de/Thread-tutorial-ssh-zugang-auf-dem-raspberry-pi-einrichten

 

Im Verzeichnis /etc/apache2/sites-available die Datei default editieren, sollte dann erstmal so aussehen:

<VirtualHost *>
        ServerAdmin webmaster@localhost

        DocumentRoot /var/www
        <Directory />
                Options FollowSymLinks
                AllowOverride all
        </Directory>
        <Directory /var/www/>
                Options Indexes FollowSymLinks MultiViews
                AllowOverride all
                Order allow,deny
                allow from all
        </Directory>

        ScriptAlias /cgi-bin/ /usr/lib/cgi-bin/
        <Directory "/usr/lib/cgi-bin">
                AllowOverride None
                Options +ExecCGI -MultiViews +SymLinksIfOwnerMatch
                Order allow,deny
                Allow from all
        </Directory>

        ErrorLog ${APACHE_LOG_DIR}/error.log

        # Possible values include: debug, info, notice, warn, error, crit,
        # alert, emerg.
        LogLevel warn

        CustomLog ${APACHE_LOG_DIR}/access.log combined

BrowserMatch "^WebDAVFS/1.[012]" redirect-carefully
   BrowserMatch "Microsoft Data Access Internet Publishing Provider" redirect-carefully
   BrowserMatch "Microsoft-WebDAV-MiniRedir/5.1.2600" redirect-carefully
   BrowserMatch "^WebDrive" redirect-carefully
   BrowserMatch "^WebDAVFS" redirect-carefully

   <IfModule mod_headers.c>
    Header add MS-Author-Via "DAV"
   </IfModule>

   <IfModule mod_encoding.c>
           EncodingEngine on
           NormalizeUsername on
   </IfModule>

Die Direktive zur Einbindung von webdav lautet dann so:

Alias /webdav /media/stick1/Cloud/Daten 

        <Location /webdav>
	   Options Indexes 
           DAV On 
           AuthType Basic 
           AuthName "webdav" 
           AuthUserFile /media/stick1/Cloud/passwd.dav 
           Require user <username>							
       </Location>

Abgeschlossen wird das Ganze dann mit

</VirtualHost>

Für webdav benötigen wir dann noch:

http://www.forum-raspberrypi.de/Thread-tutorial-webdav-server-eigene-minimal-cloud

Wer auf eine zentrale Authentifizierung Wert legt, kann zusätzlich OpenLDAP installieren. Dies hat den Vorteil, dass die Anmeldung am Server für Webdav und WordPress zentral erledigt wird. Ein Anschluss des Servers an einen Monitor ist nicht erforderlich, da er über jeden ssh-Zugang, z.B. von einem iphone oder ipad oder einem anderen device gesteuert werden kann.

 

Für die elektronischen Endgeräte der Schüler stehen sowohl in der Apple- als auch Android-Welt kostenlose WebDav-Clients zur Verfügung. Sie ermöglichen jedem Schüler, Dateien verschiedenster Art auf dem Server zu speichern oder auch herunterzuladen.

Das ist im Prinzip schon alles, was benötigt wird, um kooperativ arbeiten zu können.
Auf dem Server können Unterrichtsmaterialien und Aufgaben verteilt werden. Die Schüler können selbst erstellte Texte, Zusammenfassungen, Audio- und Videodateien hochladen und den anderen zur Verfügung und zur Diskussion stellen. Über den WordPress-Blog besteht zudem die Möglichkeit, das Blog-Format zu nutzen oder Ergebnisse zu präsentieren.

Leistungsstärkere Minicomputer sind z.B. der Banana Pi mit schnellerem Prozessor, mehr Speicher und Gigabit-LAN:

https://www.raspiprojekt.de/shop/boards-banana-pi.html